Richtig Bohren – so gelingt das perfekte Bohrloch

richtig bohren: so gehtsAuch ein richtiges Bohrloch muss geübt sein. In diesem Tutorial werden sie mit einigen einfachen Tricks nie wieder schlechte Bohrlöcher bohren. So werden mit einfachen Heimwerker-Tipps aus einem Joghurtbecher der perfekte Bohrstaubfänger und aus einem Klebstreifen ein optimaler Tiefenmesser. Nach diesem Tutorial sind Sie dem Bohr-Profi einen Schritt näher.

Was möchten Sie bohren?

Bohrlöcher in Holz stellen völlig andere Anforderungen an Werkzeug und Bohrart, als Bohrungen in Metallen und Beton. So werden beim Bohruntergrund die wichtigsten Weichen gestellt. Ermitteln Sie vor der Bohrung das zu bohrende Material. Dies sind die üblich verdächtigen Materialien:

  • Holz
  • Beton
  • Metall
  • Fließen
  • Stahlbeton

Das richtige Werkzeug

Wenn Sie das Material ermittelt haben, sollten Sie das richtige Werkzeug bestimmen. So ist die Wahl der Bohrmaschine und die Wahl der Bohrwerkzeuge ausschlaggebend für ein richtig gutes Bohrloch.

Eine Bohrmaschine sollte gerade bei harten Materialien eine Schlagbohrfunktion haben. Bohren Sie in Stahlbeton ist ein Bohrhammer zu empfehlen. Wenn sie den Unterschied zwischen diesen Geräten nicht kennen, sollten Sie den Artikel „Bohrhammer oder Bohrmaschine“ lesen. Wenn Sie in Holz Bohren oder präzise Löcher in Gips bohren möchten, ist eine Bohrmaschine mit vielen Umdrehungen pro Minute nötig. Bis auf den Bohrhammer bieten all unsere getesteten Geräte die nötige Umdrehungszahl.

Die Wahl des Bohrers ist jedoch von viel größerer Bedeutung. So sollte immer exakt zum Material der richtige Bohrer gewählt werden. Bei Wikipedia finden Sie auf der rechten Seite eine passende Aufzählung im passenden Foto -> Hier gehts zum Bild

Durchmesser des Bohrlochs

Der Durchmesser des Bohrers sollte immer exakt dem Durchmessers des Loches betragen. Das möchte man meinen, denn das Problem hierbei ist, dass die Bohrmaschine ein Spiel hat und aus einem 4,5 mm Bohrloch gerne mal ein 5 mm Bohrloch wird. Je nachdem wie genau das Bohrloch sein muss, kann dies zu einem Problem werden.

Die Lösung: besonders bei harten Materialien lohnt sich ein Vorbohren. Bohren Sie ihr Loch einfach vor indem sie einen kleineren Bohrer nutzen. So wird der größere Bohrer in einer viel exakteren Spur bohren. Tipp: Wenn der 3 mm Bohrer ein Bohrloch von 3,5 Milimeter hinterlässt, sollten Sie beim Bohrer auf die richtige Größe eine Nummer kleiner gehen. Fangen sie an Ihre Bohrmaschine zu kennen.

Vorbohren lohnt sich, besonders bei harten Materialien

Tiefe des Bohrlochs: Tipps von Opa

Heute besitzen viele Bohrmaschinen einen sogenannten Tiefenanschlag. Dieser sitzt seitlich an der Bohrmaschine und kann beim Bohren zur Tiefenangabe genutzt werden. Meist funktioniert das beim Hobbyhandwerker leider nicht. Das Lineal verschiebt sich oder setzt nicht sofort an. Was ein Ärger! Bevor es den neumodischen Schnickschnack gab, hat man sich mit einem Lineal und einem Tesa-Streifen zu helfen gewusst. Dabei ist die Methode so einfach wie genial: Messen Sie mit einem Lineal vom Bohrkopf an genau auf die Tiefe die sie Brauchen. Markieren Sie diese Stelle indem Sie ein Tesafilm um den Bohrer kleben. Wenn Sie nun in die Wand bohren, können sie exakt an der Tesamarkierung aufhören und haben die richtige Tiefe. So genial wie einfach!

Strom und Wasserleitungen beachten

Die meisten Bohrunfälle passieren, indem man Wasser und Stromleitungen trifft. Gerade bei Strohmleitungen kann dies ziemlich gefährlich werden. Denn Der Bohrer ist erstmal isoliert und es passiert recht wenig. Stecken sie mit den Händen nun eine Schraube in die Wand, trifft Sie ein gewaltiger Stromschlag.

Bei Wasserleitungen ist es einfach nur ärgerlich. Sie können Schäden in beträchtlicher Höhe verursachen, wenn Sie eine Wasserleitung treffen!

Die Lösung bieten Geräte, die diese Leitungen aufspüren. Diese nenne sich Detektoren. Hier gibts die Geräte bei Amazon. Achten Sie jedoch darauf, dass gerade Stromleitungen meist in Rechteckigen spuren von steckdosen oder Lichtschaltern ausgehen. Verlassen Sie sich jedoch nicht drauf.

Den richtigen Gang wählen

Holz benötigt einen sehr schnellen Gang, Beton einen deutlich langsameren stärkeren gang. So ist die Drehzahl vom Material abhängig. Eine Faustregel gilt jedoch dennoch: kleine und Mittlere Durchmesser auf dem schnelleren zweiten schnellen Gang bohren. Große Löcher und schrauben auf dem ersten langsamen und stärkeren Gang.

Die Geschwindigkeit des Bohrers

Die Geschwindigkeit kann meist stufenlos geregelt werden. Auch sie ist vom Matarial abhängig.

Bohren in Holz sollte mit hoher Drehzahl durchgeführt werden. Dadurch erhäkt das Bohrloch eine exaktere Außenkante.

Bohren in Metall ist knifflig. Der Bohrer wird sehr sehr heiß, so ist die Kühlung und Schmierung von größter Wichtigkeit. Wählen Sie eine niedrige Drehzahl bei Metall. Tipp: Setzen Sie zwischendurch einige Male ab und lassen Sie den Bohrer abkühlen. Verwenden Sie einen Tropfen Öl zur perfekten Schmierung.

Bohren in Stein und Beton ist mit dem richtigen Bohrhammer oder Schlagbohrer kein Problem. Wählen Sie hier die mittlere Geschwindigkeit. Bei großen Löchern den ersten Gang, bei kleinen Löchern den Zweiten. Bei porösem Gestein wie Bimsstein sollten sie die Schlagbohrfunktion auslassen

Was haben Joghurtbecher mit Bohrstaub zu tun

Sie bohren an der Decke. Der Staub kommt Ihnen in die Augen: ärgerlich! Dabei ist ein alter Heimwerkertrick so einfach wie genial. Verwenden Sie einfach einen Joghurtbecher, Bohren Sie Ihn durch und bohren Sie dann das Loch. So landet der Bohrstaub im Becher und nicht in Ihren Augen. Nebenbei verursachen Sie kaum dreck. Einen Nachteil hat die Sache jedoch leider.  Sie können die Tiefe nicht bestimmen!

Hier gibt es nur eine Lösung. Schnappen Sie sich Ihren Partner, drücken Sie ihm einen Staubsauger in die Hand und halten sie diesen so dicht wie Möglich ans Bohrloch!

Bildquelle: Mike Frajese / pixelio.de